Game Over für die illegalen Glücksspielautomaten!

Die bunten Leuchtschlangen an den verspiegelten Scheiben des Lokals blinken zwar noch, der Zutritt in das Pascha Poker Casino in der Linzer-Bundesstraße 33 im Salzburger Stadtteil Gnigl ist aber nicht mehr möglich. Die Schiebetüren sind mit zwei amtlichen Siegeln verschlossen. Ein an der Scheibe angebrachter Zettel klärt über die rechtlichen Folgen des „Siegelbruchs“ nach §272 Strafgesetzbuch auf (Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten). Ein illegales Spielcasino in Salzburg weniger.

Doch nach wie vor blüht das illegale Glücksspiel. Laut einer Untersuchung der Wiener Consulting Firma KreutzerFischerPartner aus dem Jahr 2012, die österreichweit mithilfe von Mystery-Shoppern erstellt wurde, stehen im Bundesland Salzburg 830 illegale Glücksspielautomaten. Mindestens. Denn ob bei dieser Automatenzählung tatsächlich alle Geräte in jedem Hinterzimmer gefunden wurden, darf bezweifelt werden.

It’s about big money – 200 Millionen Umsatz pro Jahr

Die Behörden, allen voran die Finanzpolizei, zeigen seit Jahren ziemlich wenig Eifer beim Kampf gegen das illegale Automatenglücksspiel. Obwohl die rechtliche Lage eindeutig ist: Erlaubt sind nur die Glückspielautomaten mit einer Lizenz der Bundesregierung. Eine solche haben lediglich die beiden „winwin“-Casinos in Salzburg und Zell am See, sowie die zwei großen Standorte der Casinos Austria. Alle anderen Glücksspielautomaten sind in Salzburg verboten. Ausnahmslos. Und obwohl mit den illegalen Automaten jährlich geschätzte 200 Millionen Euro umgesetzt werden – fette Gewinne für die Betreiber inklusive – schaut die Finanzpolizei diesem Treiben bisher ziemlich tatenlos zu.

Spielsucht, Kriminalität, Elend

Die Verlierer dieser Situation sind die Spielsüchtigen. In Salzburg geht man von mindestens 5.000 Spielsüchtigen aus, konkrete Zahlen gibt es dazu keine. Die Dunkelziffer dürfte jedenfalls noch viel höher sein. Auf jeden Spielsüchtigen kommen dann noch im Schnitt sieben Angehörige, Freunde, Bekannte oder Arbeitskollegen die durch die Sucht mitbetroffen sind – in Salzburg mindestens 35.000 Menschen. Der Suchtverlauf ist meist ähnlich: Gewinnphase – Verlustphase – und die Phase der Verzweiflung. Durchschnittlich dauert es 10 Jahre (!) bis sich Spielsüchtige in Behandlung begeben. So lange wie bei keiner anderen Sucht. Und in dieser Zeit ist meist schon alles Geld und Vermögen verspielt. In den allermeisten Fällen nicht nur das eigene. Eine Untersuchung in der Jugendstrafanstalt Gerasdorf (NÖ) aus dem Jahr 2013 zeigt, dass 40% der jugendlichen Insassen straffällig wurden, weil sie Geld zum Spielen brauchten. Die Wiener Kriminalpolizei gibt an, dass 98% der Bankräuber spielsüchtig sind. Rund 26% der PatientInnen der Salzburger Spielsuchtambulanz geben an, für ihre Sucht bereits Strafdelikte begangen zu haben. Alarmierende Zahlen.

Illegale Spielautomaten beschlagnahmen – Hilf‘ mit!

Suchtauslöser Nummer eins sind unbestritten die Spielautomaten. Rund drei Viertel der Spielsüchtigen geben an, Automatenspieler zu sein. Daher muss das Verbot der Glücksspielautomaten in Salzburg endlich exekutiert werden! Die Finanzpolizei ist gefordert ausnahmslos ALLE illegalen Spielautomaten zu beschlagnahmen und die Lokale zu schließen!

Was kannst du tun?

Du weißt, wo illegale Spielautomaten betrieben werden? Du bist selbst betroffen und willst deine Geschichte erzählen? Schick‘ mir einfach ein E-Mail an simon.hofbauer@gruene.at. Ich werde alle illegalen Glücksspielautomaten zur Anzeige bringen! Gemeinsam schaffen wir ein Salzburg ohne illegales Automaten(un)glücksspiel!  

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